Ampelknöpfe
Februar 11th, 2010 | Ängste | Tags: Hygiene, Straße | 0 Kommentare »loading...
Ich fasse Ampelknöpfe niemals mit der bloßen Hand an, weil mich der Gedanke daran wer die schon alles angefasst haben könnte unheimlich anekelt.
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Ich fasse Ampelknöpfe niemals mit der bloßen Hand an, weil mich der Gedanke daran wer die schon alles angefasst haben könnte unheimlich anekelt.
Ich kann auf viereckiger Bodenplasterung in der Stadt oder in Wohnungen immer nur so gehen, wie das Pferdchen beim Schachspiel (eins vor eins zur Seite). Meist geht es ganz gut, weil man beim Geradeausgehen immer den rechten und linken Fuß so nebeneinander setzen kann, aber bei großen Plastersteinen muss man immer brutal große Schritte machen, das ist extrem lästig.
Als Beifahrer im Auto hebe ich immer die Spitze meines rechten Fußes, wenn der Mittelstreifen unterbricht. Manchmal beziehe ich auch die Seitenstreifen mit ein, insbesondere Fahrradspuren. Wenn ich selbst fahre, interessiert mich das nicht.
Immer wenn ich in der Stadt bin und da in einem Café sitze, muss ich die Leute solange anstarren, bis sie zurückstarren.
Immer, wenn ich eine Jacke anhabe, klammere ich mich mit den Fingern am Ärmelrand fest, wenn ich nichts anderes in der Hand hab. Das mache ich nicht nur beim Gehen, sondern auch im stehen und sitzen. Meine Ärmelränder sind schon ganz abgegriffen. Ich glaube, ich mache das aus Unsicherheit.
Immer wenn ich mit meinem mp3-Player draußen Musik hören, denke ich, dass ich sehr laut atmen würde und halte deshalb meistens die Luft an, wenn ich an Leuten vorbeigehe. Wenn es zu lange dauert, huste ich damit ich ein bisschen Luft bekomme.
Überall, egal wo ich gerade bin, achte ich immer darauf, dass ich nicht auf Linien auf dem Boden trete. Die schlimmen sind aber nicht die sichtbaren Linien von Kachelböden oder so, sondern die unsichtbaren, welche von allen möglichen Kanten und Ecken ausgehen. Ich halte es einfach nicht aus, wenn ich auf so einer “Winkelhalbierenden” stehe und so versuche ich immer nur auf “sichere” Flächen zu treten. Ich stelle mir manchmal vor, wie lächerlich das aussehen muss, doch ich kann den Drang einfach nicht unterdrücken.
Bei jedem dieser schwarz-weißen Leitpfosten am Straßenrand, an dem ich im Auto vorbeifahre, muss ich im Moment des Passierens kurz die Zähne zusammenbeißen.
Im Straßenverkehr darf ich nur auf den Mittelpunkt von großen Pflastersteinen treten, mache ich es nicht, fühle ich mich schlecht. Aber nur auf großen Steinen, bei kleinen ist das mir egal.
Immer wenn ich spät Abends alleine eine lange Straße entlang laufe und höre dass ein Auto sich nähert, schaue ich zur Seite der Häuser und schließe meine Augen, denn ich habe Angst erschossen zu werde. Es ist natürlich völliger Blödsinn in Deutschland aber ich habe einfach zu große Angst.
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